Es grandioses Wochenende mit meinen Sportlern und vielen, vielen Radfreunden und Bekannten war das heuer wieder beim Ötztaler Radmarathon. Schon am Freitag trafen wir uns und verfolgen den Start des erstmalig ausgetragenen Profirennens auf der Originalstrecke des Ötztaler Radmarathons. Kaum waren die Profis gestartet, ging es auch für uns auf das Fahrrad und wir rollten gemeinsam nach Obergurgl und weiter bis zur Mautstation, wo wir nach ein paar Fotos wieder umkehrten und uns gemütlich auf Cafe und Kuchen im Hotel Mühle einfanden. Bestens gestärkt ging es dann zurück nach Sölden, duschen, umziehen und ab zu unserer Afterrace Party im Party-Stadl direkt an der Hauptstraße.

Bis zum Eintreffen der Profis verfolgten wir das Renngeschehen live auf Eurosport und bekamen schon einen Vorgeschmack auf unsere Herausforderung am Sonntag. Die Zeit verging wie im Fluge, bis die ersten Fahrer das Ziel erreichten und wir von unserer Terasse hoch über den Hauptstraße einen perfekten Ausblick auf das Renngeschehen genossen. Nach Schlusswagen und Konvoi gingen wir zum gemütlichen Teil des Abends über: Grillbuffet, gute Musik und beste Unterhaltung der vielen Gäste inklusive. Auch eine kurze Ansprache zum weiteren Programm und wichtigen Hinweisen zum Rennen durfte nicht fehlen, bevor der Abend bei einer Billiard-Session seinen Ausklang fand.

 

Am Samstag dann sehr ungezwungenes Programm mit einer Mischung aus EXPO-Besuch, Pressetermin, Fotoshooting, Vorbelastungsrunde nach Vent, Carbo-Loading bei der Pasta Party, internem und offiziellen Briefing und Verpflegungsabgabe für unsere Labestationen. Gegen 20:00 Uhr waren alle Vorbereitungen abgeschlossen und nach letzten Vorbereitungen für den Start und letzten Tipps für Betreuer und Fahrer ging es zeitig ins Bett, während draußen der Himmel seine Schleusen öffnete. Das tat jedoch der Stimmung keinen Abbruch, denn der Sonntag erwartet und mit klarem Himmel und angenehmen Temperaturen, der uns die Wartezeit in der Startaufstellung sehr angenehm machte. In jedem Startblock hatten wir eine Gruppe von Fahrern mit je einem Betreuer, so gingen wenig später alle Fahrer perfekt vorbereitet ins Rennen.

Zu dem Zeitpunkt war ich in einer großen Gruppe, die immer mehr Fahrer einholte – so auch einige meiner Sportler und bis Matrei hatte ich Renate erreicht, sie verpflegt und schirmte sie bestmöglich vor den starken Gegenwind ab. Durch meine Anwesenheit ersparte sie sich ein Anhalten an der unserer Brenner-Labestation, die heuer meine Mutter übernommen hatte, nachdem sie gesundheitsbedingt auf einen Start beim Ötztaler verzichtet hatte. An der offiziellen Brennerlabe blieb von unserer Gruppe wenig über, also spannte ich mich bis zum Jaufen vorne ein und holte ca. 50 Fahrer an, die im Windschatten zu kämpfen hatten. Renate folge unbeirrt und fand am Jaufen einen sehr guten Rhythmus, den sie an meinem Hinterrad oder motivierendes Gespräch bis oben durchhalten konnte. Perfekt informiert von unseren Betreuern wusste ich bereits den stand der Dinge, dann statt der erhofften Poduimsplatzierung in ihrer Altersklasse Ü50 lag Renate im letzen Rennen ihrer Laufbahn souverän in Führung.

Zu dem Zeitpunkt war ich in einer großen Gruppe, die immer mehr Fahrer einholte – so auch einige meiner Sportler und bis Matrei hatte ich Renate erreicht, sie verpflegt und schirmte sie bestmöglich vor den starken Gegenwind ab. Durch meine Anwesenheit ersparte sie sich ein Anhalten an der unserer Brenner-Labestation, die heuer meine Mutter übernommen hatte, nachdem sie gesundheitsbedingt auf einen Start beim Ötztaler verzichtet hatte. An der offiziellen Brennerlabe blieb von unserer Gruppe wenig über, also spannte ich mich bis zum Jaufen vorne ein und holte ca. 50 Fahrer an, die im Windschatten zu kämpfen hatten. Renate folge unbeirrt und fand am Jaufen einen sehr guten Rhythmus, den sie an meinem Hinterrad oder motivierendes Gespräch bis oben durchhalten konnte. Perfekt informiert von unseren Betreuern wusste ich bereits den stand der Dinge, dann statt der erhofften Poduimsplatzierung in ihrer Altersklasse Ü50 lag Renate im letzen Rennen ihrer Laufbahn souverän in Führung.

Erst überlegte ich, ob ich ihr das verraten sollte und dacht an mich selbst, als ich mich 2011 am Jaufen aus der Favoritengruppe lösen konnte und im Alleingang die zerbröckelnde Fluchtgruppe nach und nach überholte. Damals waren es die Infos aus dem Rennleiter Fahrzeug und der begeisterten Zuschauer, die mich motivieren und mit dieser Anektode vertrieb ich Renate die Zeit, bis sich mit leichen Krampfanzeichen den Gipfel des Jaufenpasses erreichte. Ich holte noch unsere Verpflegung an unserer Labestation ab und folge nach, um Renate sicher durch die von ihr so gehasste Jaufen-Abfahrt zu pilotieren. Seit Jahren machen arthroseartige Symtome große Probleme und Schmerzen, was auch der Grund für Renates Rückzug aus dem Rennzirkus ist. Somit war die holprige Abfahrt wirklich das K.O. Kriterium für sie, doch an meinem Hinterrad führte sie sich halbwegs sicher und auch die vorbeirasenden Herren beirrten sie nur wenig.

In St. Leonhard erwarteten uns angenehme Temperaturen, die gnadenlose Sonne war durch Schleierwolken verdeckt und eine kühle Brise sorge für willkommene Abkühlung. Perfekte Verhältnisse also, wenn ich an letztes Jahr mit meiner Mutter im Schlepptau zurückdenke, die sehr unter der Hitze am Timmelsjoch litt. Renate konnte ich gut über die ersten Rampen bis Moos bringen, dann hatte sie in den steilen Rampen einen kleinen Einbruch, aber nach einer längst überfälligen Pinkelpause stellte sich wieder ein guten Rhythmus ein. Genau diese 2 Minuten reichten aus, dass Thomas zu uns aufschließen konnte, der sich noch von hinten durch die Massen gepflügt hatte. Er war noch stark drauf und so begleitet ich ihn bis zum Beginn es Flachstücks, um ihn mit letzten Tipps zu versorgen – schließlich lag eine Zeit unter 9 Stunden noch im Bereich seiner Möglichkeiten – damit 30 Minuten schneller als erhofft bzw. erwartet.

Nach kurzer Wende zog ich dann Renate über das Flachstück und holte noch genügend Flaschen und Gels für die letzten 1,5 Stunden – den wahrscheinlich härtesten ihrer langen Laufbahn wie sich noch herausstellen sollte. Bis ich sie wieder eingeholt hatte, war sie bereits am Gasthof Hochfirst im Beginn der letzten 5 steilen Kilometer bis zum Tunnelportal. Durch seine Halt an der Labe war auch Thomas bei uns und so ging es zu dritt weiter. Thomas zog etwas davon, ich kümmerte im Renate, deren Krampfansätze sich verstärkten. Trotzdem kamen wir nach den 5 kurzen Serpentinen wieder an Tom heran, der ebenfalls kurz vor Krämpfen stand. Zu dritt fanden wir einen guten Tritt für die letzten Kilometer und als Thomas reißen lassen musste, war es an mir, Renate noch gut auf den Pass und sicher ins Ziel zu bringen. Wie auch bei meinem ersten Sieg in 2011 war der Vorsprung groß genug. Nur eine körperlicher oder materieller Defekt konnte uns noch aufhalten.

 

Bravorös schaffte es Renate sogar im Fahren ihre Windweste über zu ziehen – ich half so gut es ging, denn ein Stehenbleiben hätte unweigerlich in Krämpfen geendet. So ging es dann in die Abfahrt, leichte Regenschauer über den Ötztaler Bergen schon in Sicht aber noch in ausreichender Entfernung zum Glück. Am Gegenanstieg dann die Info, dass Thomas nur 2 Minuten hinter uns den Gipfel passiert hatte, also wendete ich, um ihn zu holen und wir verfolgen Renate in der Abfahrt, um wie gerade rechtzeitig vor der langen Gerade durch Untergurgl einzuholen. Der Wind stand mit voll ins Gesicht, als ich die beiden und einige weitere Fahrer durch die Gerade und die Galerie zog. Thomas setzte seine letzten Körner ein und kreiselte noch mit bis wir das Ortschild von Sölden erreichten. Die letzten 2 Kilometer war der Sturm so heftig, dass wir nebeneinander fuhren, um Renate bestmöglich abzuschirmen, denn ihre Hände konnten den Lenker kaum noch halten.

Trotz allem erreichten wir sicher das Ziel und Renate fiel uns beiden um den Hals, nachdem ihr der Stadionsprecher zum Sieg gratulierte und sie diesem Erfolg erstmals realisieren konnte. Viele weiterer Fahrer von uns waren auch schon im Ziel und sie alle hatten meine „Vorgaben“ bei weitem übertroffen und sehr gute Zeiten hingeknallt bei diesen perfekten Bedingungen. Nachdem dann leichter Regen einsetzte, verließen wir bald das Ziel und begaben uns aufs Quartier, wo schon Kafe, Brei und viele weitere Leckereien vorbereitet waren. Frisch geduscht und für das erste gestärkt trafen wir uns dann alle gemeinsam zur Pasta-Party und der anschließenden Siegerehrung in der Sporthalle wieder – jeder mit tollen Eindrücken und vielen Emotionen und Erlebnissen im Gepäck. Der Höhepunkt natürlich Renates Siegerehrung, die sicherlich nicht nur bei ihr für ein paar Freudentränen sorgen.

An dieser Stelle darf ich mich noch bei allen Bedanken, die dieses perfekte Wochenende für mich und meine betreuten Sportler möglich gemacht haben und natürlich meinen Schützlingen zu den tollen Leistungen gratulieren. Die Vorfreude auf die neue Saison ist schon riesengroß und die Planung läuft ja bereits seit längerem auf Hochtouren. Bald werde ich das Programm veröffentlichen können und auch die heißbegehrten Plätze für die Trainingsbetreuung werden demnächst ausgelobt. Einige haben sich schon für eine Verlängerung entschieden und starten nach einer kurzen Verschnaufpause im Oktober schon wieder mit gezielter Vorbereitung. Wie immer werden diese Plätze leider schnell vergeben sein. Aber ich habe gute Nachrichten für alle Fahrer die es nicht rechtzeitig schaffen sich einen Coachingplatz zu sichern: Ab Herbst 2017 biete ich Anfängern, Fortgeschrittenen und Profis individualisierte Trainingspläne an, die euch gezielt auf die nächste Saison vorbereiten. Einen kleinen Vorgeschmack gibt es hier http://kirchmair.getcyclique.com/

Bis zu unserem Saisonabschluss am 3.10. beim Lila Logistik Charity Bike Cup ist noch Zeit, dann starte ich mit allen motivierten Sportlern wieder in die Vorbereitung. Denn nach dem Ötzi ist bekanntlich vor dem Ötzi.